Versicherungsmakler für die rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe

ÖGWT Forum Freie Berufe

Wien, 20.04.2017

Der ÖGWT (Österreichische Gesellschaft der Wirtschaftstreuhänder) lud zu einem Forum Freie Berufe mit dem Themenschwerpunkt Versicherungen ein. In diesem Rahmen hielt Herr Dr. Wilhelmer, Geschäftsführer bei von Lauff und Bolz, einen Vortrag zum Thema Berufshaftpflicht- und Berufshaftpflichtversicherung der Wirtschaftstreuhänder.

Im Bereich der Berufshaftpflicht ist auch aus Sicht der Berufsgruppe der Wirtschaftstreuhänder ein allgemeiner Trend zur verstärkten schadenersatzrechtlichen Inanspruchnahme zu beobachten. Besonderen Haftungsgefahren und einer Vielzahl an Haftpflichtansprüchen sind derzeit Jahresabschlussprüfer ausgesetzt. Aber auch dem Steuerberater kann insbesondere im Zusammenhang mit Umgründungen eine erhöhte Berufshaftung treffen. Zudem gibt es ein erhebliches Spätschadensrisiko, wenn etwa über Jahre Steuerfreibeträge im Rahmen der jährlichen Steuererklärungen nicht geltend gemacht werden und es später zu einem Mandatswechsel kommt. Dann ist der Steuerberater mit Schadenersatzforderungen konfrontiert, die weit in die Vergangenheit zurückreichen können. In diesem Fall richtet sich der Versicherungsschutz auch (nur) nach dem Zeitpunkt des ersten Verstoßes.

Gemäß § 11 WTBG besteht für Wirtschaftstreuhänder eine Pflichthaftpflichtversicherung, gemäß § 88 Abs 2 WTBG eine Pflicht zur kongruenten Gestaltung von Haftung (Haftungshöhe) und Versicherungsschutz. Der Berufshaftpflichtversicherungsschutz ergibt sich aus einer Kombination von individuellem Grundvertrag und obligatorischem Großschaden-Kammervertrag. Im Rahmen des Vortrages wurde daher die wichtigsten Bausteine und Besserstellungen des über von Lauff und Bolz vermittelten Versicherungsproduktes der Allianz vorgestellt, welches seit dem Jahr 2013 auf Basis einer mit dem ÖGWT abgeschlossenen Rahmenvereinbarung für Mitglieder des ÖGWT zugänglich ist. Angesprochen wurden unter anderem auch besondere Schnittstellenfragen zwischen Grundversicherung und Kammervertrag (Kosteneinrechnung, Kostenaliquotierung, Deckung für Haftpflichtzinsen) sowie Fragen nach dem zeitlichen Versicherungsschutz (insbesondere mit Hinweis auf die zeitliche Deckungslücke im Großschaden-Kammervertrag für Verstöße vor dem 1.1.2000). Rückfragen aus dem Teilnehmerkreis bezogen sich unter anderem auf die zunehmende Gefahr von IT-Haftpflichtrisiken. Die auf dem Versicherungsmarkt dazu erhältlichen Versicherungslösungen (insbesondere Cyberversicherungen) wurden ebenfalls erläutert.

Der Vortragsabend klang bei einem gemütlichen Beisammensein und interessanten Diskussionen aus.

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